Erste Hilfe bei verlorenen Daten oder zerstörten Dateisystemen

Die Gründe für Datenverluste defekte Festplatte oder Festplattencrash sind vielseitig: Festplatten-Crashs, Abstürze, unbedarfte Anwender oder einfach nur Tippfehler des Administrators zerstören binnen Sekunden ganze Dateisysteme oder lassen wertvolle Daten verschwinden. Bootet das Betriebssystem nicht mehr, kann das als Live-DVD ohne Installation lauffähige Knoppix bei der Reparatur und Datenrettung helfen. DVD sind nicht mehr so gängig, ein USB Stick ist der Perfekter Ersatz.

Mit Knoppix können sie sich als Anwender ein vollständiges Linux-System mit einer riesigen Menge an Software stets mit sich herumtragen und ohne Installation als vollständige Arbeitsumgebung auf jedem PC nutzen. Sie benötigen keine teuere Laborgeräte oder Software, für Datenrettung setzen wir auch Derivate wie Knoppix, debian etc. ein. Böse Zungen erzählen "was nichts kostet kann auch nichts", von wegen!

Die meisten Benutzer merken erst, wie wertvoll ihre Daten wirklich sind, wenn sie nicht mehr darauf zugreifen können. Egal ob ein Hardware-Defekt der Festplatte, ein wildgewordener Festplatten-Treiber oder auch nur ein Admin, der versehentlich die falsche Partition zum Formatieren angibt: Sind die Daten erst einmal weg, ist guter Rat sprichwörtlich teuer. Professionelle Datenrettungslabors verlangen für die Wiederherstellung einzelner Dateien oder Verzeichnisse schnell vierstellige Summen, je nachdem wie schwer die Beschädigung des Datenträgers und damit wie aufwendig die Wiederherstellung ist. Immerhin hat man gute Chancen, die Daten wiederzubekommen, wenn man die Festplatte nicht gerade in den Kamin geworfen hat.

Die Datenrettung auf eigene Faust hingegen ist sehr riskant: Ist etwa infolge eines Headcrashs Material von der Oberfläche der Festplatten-Scheiben abgesplittert, kann jeder erneute Leseversuch bewirken, dass andere Bereiche durch unter dem Kopf hängen bleibende Partikel regelrecht abgeschliffen werden. Ihre Daten sammeln sich dann Bit für Bit im Staubfilter der Festplatte – spätere Rekonstruktion ausgeschlossen. Macht die Festplatte auffällige Geräusche, sollten Sie besser schnellstmöglich abschalten, um nicht noch weitere Daten zu zerstören. Auch sollten Sie keinesfalls versuchen, die Festplatte eines ins Wasser gefallenen oder verbrannten Laptops selbst zu reaktivieren – so etwas gehört schnellstmöglich in die Hände professioneller Datenretter.

Handelt es sich hingegen nur um logische Fehler, also ein beschädigtes Dateisystem, eine gelöschte Partitionstabelle oder ein irrtümlich formatiertes Laufwerk, können Sie sich selbst an der Datenrettung versuchen. Sofern Sie sämtliche Rettungsversuche mit einer Kopie Ihrer Festplatte durchführen, bleibt Ihnen sogar die Möglichkeit erhalten, im Notfall dennoch auf professionelle Hilfe zurückgreifen.

Selbstdiagnose

, müssen Sie jedoch sicherstellen, dass kein Hardware-Schaden vorliegt. Ein erstes Indiz für einen mechanischen Defekt sind veränderte Laufgeräusche und Zugriffsgeräusche der Festplatte. Aber auch per Software können Sie herausfinden, ob Sie es mit einem Hardware-Defekt oder einem logischen Fehler zu tun haben: Mit der "Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology" (S.M.A.R.T, Smart) überprüfen sich die meisten Festplatten in regelmäßigen Abständen selbst, sofern Smart aktiviert ist und zum Beispiel die umfangreicheren Tests regelmäßig durch ein entsprechendes Dienstprogramm wie smartd unter Linux gestartet werden. Für Windows und Mac OS X ist dieses mit den smartmontools ebenfalls erhältlich.

 

Entgegen der üblichen Verfahrensweise, alle Befehle als Anwender auszuführen, sollten Sie bei der Datenrettung als Root-Benutzer arbeiten und nicht nur die jeweiligen Programme per sudo mit Root-Rechten ausführen – einige der Hilfsprogramme funktionieren mit sudo nicht korrekt. Dazu öffnen Sie ein Terminal und verschaffen sich per su Root-Rechte. Anschließend liefert Ihnen 

Neben allgemeinen Informationen listet smartctl auch verschiedene Attribute auf, die den Gesundheitszustand der Festplatte betreffen. Entscheidend ist die Angabe in der letzten Spalte, RAW_VALUE. Hier ist die konkrete Anzahl der Vorkommnisse gespeichert. Für die Beurteilung des Gesundheitszustands interessant sind die Attribute Hardware ECC Recovered (195), was die Zahl der korrigierten Lesefehler angibt, Reallocated Event Count (196), das die Zahl der bereits ausgetauschten Sektoren angibt, und Current Pending Sector (197) mit der Zahl der noch nicht ausgetauschten schlechten Sektoren. Allerdings besitzen nicht alle Festplatten alle genannten Attribute.

Zeigt smartctl auf einer Festplatte mit Leseproblemen eine große Zahl Hardware-ECC-Fehler oder verschobene Sektoren an, ist ein Hardware-Defekt sehr wahrscheinlich und die Beschädigung der Festplatte schon fortgeschritten. Hier ist es ein Glücksspiel, ob eine letzte Datensicherung nur noch mehr Schaden anrichtet oder gerade noch gut geht – im Zweifel sollten Sie besser eine professionelle Datenrettung beauftragen.

Bevor Sie den Rechner abschalten und die Festplatte ausbauen, lohnt es sich, noch schnell die Partitionierung zu notieren, die die Befehle fdisk -l und fdisk -lu ausgeben. Damit können die Experten ihre Suche nach den vermissten Daten schon einmal eingrenzen. Mitunter ist es auch hilfreich, eine Kopie des letzten Backups mitzuschicken – ist die Verzeichnisstruktur oder der Aufbau einer verloren gegangenen Datenbank bekannt, lassen sich die vermissten Daten einfacher auffinden als ohne diese Detailinformationen.

kostenlose Tools für Datenrettung unter Windows

Recuva ist das Gratis-Tool, es stammt von den Machern von CCleaner und rettet gelöschte Daten. Dafür startet das Tool auf Wunsch in einen Assistenz-Modus und sucht alle angeschlossenen Speicher ab. Sie können Recuva aber auch gezielt auf einzelne Festplatten, USB-Sticks oder Speicherkarten ansetzen. Eine Deep-Scan-Funktion durchforstet die Festplatte noch genauer nach gelöschten Daten. Doch egal, welchen Weg Sie nehmen, zum Schluss zeigt Recuva eine Liste mit gefundenen Dateien an. Probleme kriegt Recuva allerdings, wenn das Dateisystem beschädigt ist. Dann müssen andere Rettungs-Tools her.

3 Schritte Bedienungsanleitung

Datenrettung Modus Auswählen

1. Recovery Mode Auswählen

Computer Scannen

2. Das Gerät oder Computer Scannen

Vorschau und Wiederherstellung von Daten

3. Vorschauen, Retten und Speichern

Open-Source-Programm TestDisk

PhotoRec Die Software liest die erforderlichen Informationen automatisch aus Ihrem BIOS und analysiert anschließend die Festplattenstruktur. Es folgt eine Überprüfung der Partitionstabellen.

PhotoRec kostenlose Software

Werden Fehler gefunden, repariert TestDisk die betroffenen Stellen von selbst oder legt neue Partitionstabellen an.

TestDisk kommt inklusive der Rettungssoftware PhotoRec, die gelöschte Videos und Fotos von Speicherkarten wiederherstellt. Am einfachsten nutzen Sie das Bilder-Rettungstool mit der GUI QPhotoRec, die Sie mit der Datei »qphotorec_win.exe« starten. PhotoRec kommt dabei mit allen wichtigen Dateisystemen zurecht (EXT2, EXT3, EXT4, FAT, NTFS, HFS+, ReiserFS...) und kann so gut wie jedes Grafikformat wiederherstellen.

Rettungs-Tool FileRestorePlus

FileRestorePlus findet gelöschte Dateien auf Ihrer Festplatte. Anschließend stellen Sie die vernichteten Dateien mit einem Mausklick wieder her.

One Klick Wiederherstellung freeware

Praktischerweise bietet FileRestorePlus einen Suchfilter an. Dieser ist besonders wertvoll, wenn Sie eine große Festplatte besitzen. So lässt sich die Suche auf bestimmte Datei-Typen beschränken und somit beschleunigen.

Hinweis: Während der Installation versucht die Software eine Toolbar mit auf Ihrem Rechner zu installieren. Wir empfehlen Ihnen, dies durch Abklicken des gesetzten Häkchens zu verhindern.